Geschichte des U-Verse

Die Expansion der Menschheit

Der Wendepunkt der menschlichen Geschichte lag im Jahr 2113. Nach einem Jahrhundert des globalen technologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritts waren die Bewohner des Planeten Erde unter gemeinsamer politischer Führung vereint und vollendeten die Erforschung des eigenen Sonnensystems. Die Überraschung war groß, als man feststellte, dass eines der transneptunischen Objekte am Rande des Sonnensystems, das man bislang für einen Asteroiden gehalten hatte, in Wirklichkeit das Relikt einer offenbar außerirdischen Zivilisation war.
Als sich die ersten Sonden dem riesigen, torartigen Objekt näherten, wurde die fremde, weit überlegene Technologie gar auf rätselhafte Weise aktiviert und im Inneren des Sternentores entstand ein stabiles Wurmloch, das die Sonden in einen weit entfernten Teil der Galaxis katapultierte. Schon bald verstand es die Menschheit, die Funktion des Sprungtores zu nutzen, ohne jedoch jemals ein tatsächliches Verständnis für die dahinter stehende Technologie zu entwickeln. Man fand heraus, dass dieses Sternentor nicht nur in ein weit entferntes Sonnensystem führte und ebenso eine Rückreise ermöglichte, sondern auch, dass sich hinter dem Tor ein ganzes Netzwerk verzweigter Sternensysteme auftat, die in einem komplexen Geflecht solcher Sprungtore miteinander verbunden sind. Unzählige Welten, darunter gar bewohnbare Planeten und ganze Sonnensysteme voller wertvoller Ressourcen taten sich für die Menschheit auf, die nur darauf warteten, kolonisiert und abgebaut zu werden. Je weiter die Erdenbewohner durch die Sternentore in die Weiten des Universums aufbrachen, desto größere Chancen boten sich – einzig von den rätselhaften Erbauern der Sternentore fehlte jede weitere Spur und die außerirdischen Lebensformen, denen man begegnete, waren alles andere als intelligent.
So jedenfalls begann die goldene Epoche der menschlichen Expansion, als sich die Menschheit mit Hilfe der Sprungtore über das ganze Universum ausbreitete und schon bald ein gigantisches Sternenreich entstand, das für Jahrhunderte bestehen und immer weiter wachsen sollte.

Der Kataklysmus

So abrupt die Entdeckung der Sprungtore das Weltbild der Menschheit und ihre Expansion revolutioniert hatte, ebenso abrupt kam auch der Fall des terranischen Sternenreichs im Jahre 2492. Die letzten Nachrichten, die die zahllosen über das Universum verstreuten Kolonien jemals von ihrem Heimatplaneten Erde erreichen sollten, waren besorgniserregend, denn sie zeigten nichts als Chaos und Zerstörung. Die Erde befand sich augenscheinlich im Krieg, gegen wen oder was, sollte völlig unklar bleiben, denn das Sprungtor zur Erde war das erste, das plötzlich ausfiel. Die anderen folgten, eines nach dem anderen und so brach binnen weniger Stunden das gesamte Netzwerk an Sternentoren zusammen. Einige explodierten in einer extremen Überladung, ganze Systeme mit sich vernichtend, andere gaben schlicht den Geist auf und deaktivierten sich. Mit einem Mal war die gesamte systemübergreifende Infrastruktur der terranischen Kolonien zerstört und jeder Versuch, die Sprungtore erneut zu aktivieren oder zu reparieren scheiterte am noch immer völligen Unverständnis der menschlichen Wissenschaftler über die zugrunde liegende Technologie. Auf sich allein gestellt und vom Rest des Universums abgeschnitten erlitten die zahllosen von Menschen besiedelten Systeme die unterschiedlichsten Schicksale. Manche verfielen in Krieg und Barbarei, vernichteten sich gar selbst im Kampf um die verbliebenen Ressourcen. Andere konnten sich erholen, die Lücken in ihrer Versorgung schließen und neue, autarke Gesellschaften bilden. Während einige Kolonien einen hohen technologischen und zivilisatorischen Stand erhalten konnten waren andere gezwungen, sich teilweise zurückzuentwickeln. Die menschliche Zivilisation war gestrandet zwischen den Sternen, in den Weiten des Universums und dieser Zustand der Isolation und separaten Entwicklung sollte weitere Jahrhunderte andauern.

Die Wiedervereinigung

Erst im letzten Viertel des dritten Jahrtausends gelang es der Menschheit nach und nach, wieder zueinander zu finden. Zunächst waren es nur wenige, zufällig nahe beieinander gelegene Sonnensysteme, denen es gelang, erneuten Kontakt zu ihren terranischen Brüdern und Schwestern herzustellen. Ermöglicht wurde die zaghafte Wiedervereinigung durch die Bewältigung des Underspace (kurz U-Space) genannten Hyperraums. Die Technologie des Hyperraumantriebs war der Menschheit zwar schon lange bekannt, doch seine Ineffizienz im Vergleich zur Bequemlichkeit der Sprungtore ließ ihn nie zu einer Reife gelangen, die tatsächliches Reisen zwischen den weit verstreuten menschlichen Kolonien ermöglicht hätte. Erst nach dem Kataklysmus gelang es einigen fortschrittlicheren und ressourcenreicheren Kolonien, den U-Space-Antrieb zu perfektionieren und erstmals ausreichend große Distanzen zurückzulegen, um nahegelegene Systeme zu erkunden und darunter auch andere, alte terranische Kolonien. Das Zusammentreffen der durch Jahrhunderte getrennter Entwicklung entfremdeten menschlichen Kulturen verlief unterschiedlich. Während manche freundliche Handelsbeziehungen aufnahmen, sich vielleicht gar zu neuen kleinen Sternenreichen wiedervereinigten und die neue U-Space-Technologie weiter verbreiteten, fielen andere im Krieg übereinander her, plünderten und eroberten. Und so kam es schließlich, dass heute, im Jahre 3013, eine neue intergalaktische Gesellschaft besteht, aus verschiedensten menschlichen Kulturen und weit verstreuten Systemen, die durch den U-Space verbunden sind. Doch noch immer ist das Schicksal vieler ehemaliger Kolonien und besonders der Erde unbekannt. Immer wieder werden neue Systeme wiederentdeckt, die teilweise völlig in Ruinen liegen, teilweise aber auch andere überlebende menschliche Zivilisationen beherbergen. Die Wiedervereinigung der Menschheit ist ein längst nicht abgeschlossener Prozess und noch dazu ein sehr langsamer, denn nur zu oft sind die einzelnen Sternenstaaten vor allem am eigenen Nutzen interessiert. Es werden Kriege und Konflikte geführt und wann immer neue Systeme erreicht werden beginnt der Kampf um Ressourcen, neue Verbündete oder Sklaven – ganz nach der Vorstellung der verschiedenen Mächte und Führer.

Die Terra Foundation

Während sich die verschiedenen Mächte der neuen intergalaktischen Gesellschaft nur in so weit für die Wiederentdeckung kolonisierter Systeme und der Erde interessieren, wie es ihren ganz eigenen Interessen dient, so gibt es doch einen Mann, der beschlossen hat, das Schicksal der Menschheit selbst in die Hand zu nehmen. Cyrus Khan, ein überaus reicher und exzentrischer Wirtschaftsmogul und Philanthrop, der aus der relativ jungen Sternenrepublik Varuna (eine etwas größere Föderation von liberaldemokratisch und kapitalistisch orientierten Systemen) stammt, gründete vor wenigen Jahren die Terra Foundation – eine mit großen Finanzmitteln ausgestattete intergalaktische Stiftung für die “Einheit der Menschlichen Zivilisation”, die sich die Wiedervereinigung der Menschheit und ihre Rückkehr zur Erde zum höchsten Ziel erklärt hat. Die Terra Foundation wird von diversen Staaten, Unternehmen und Privatpersonen finanziell unterstützt, häufig aber nicht viel mehr als symbolisch. Die tatsächliche Finanzbasis bildet das Privatvermögen des Mr. Khan. Dieser scheut keine Mühen, um seine Sache voranzubringen und versucht die besten und klügsten Köpfe des Universums anzuheuern, um auf seiner eigens errichteten Unity Station zu arbeiten, zu forschen und von dort aus zu Expeditionen ins Universum und diplomatischen Missionen für den Frieden zwischen den menschlichen Sternenstaaten aufzubrechen. Zu den jüngsten Agenten in den Reihen der Terra Foundation zählen auch unsere Spielercharaktere, die alle aus ihren eigenen Gründen und Motivationen entweder von selbst – womöglich aus Idealismus oder Prestigegründen – zur Terra Foundation kamen oder direkt von Mr. Khan eingeladen wurden, da sie sich durch besondere Leistungen oder Talente hervortaten.

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